Remote heißt, dass du ohne feste Bürotage arbeitest, Hybrid heißt, dass du an festen Tagen ins Büro kommst. Homeoffice beschreibt nur den Ort, nämlich deine Wohnung. Rechtlich entscheidend ist in Deutschland die Unterscheidung zwischen Telearbeit und mobilem Arbeiten, Österreich hat seit 2025 einen eigenen Telearbeitsbegriff, und in der Schweiz regelt allein der Vertrag, was gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Remote bedeutet keine festen Bürotage, Hybrid bedeutet feste Bürotage. Beides sagt nichts darüber aus, ob dein Arbeitsplatz zu Hause rechtlich ein Telearbeitsplatz ist.
- Telearbeit ist in Deutschland in der Arbeitsstättenverordnung definiert: ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz in deiner Wohnung. Mobiles Arbeiten ist dort nicht definiert und löst weniger Pflichten aus.
- Unfallversichert bist du in Deutschland zu Hause im gleichen Umfang wie im Betrieb, das steht seit 2021 ausdrücklich im Gesetz.
- Österreich spricht seit 1. Januar 2025 von „Telearbeit“ statt „Homeoffice“; die Vereinbarung muss schriftlich sein.
- Die Schweiz kennt keine gesetzliche Definition. Arbeitsgesetz und Obligationenrecht gelten unabhängig vom Ort, alles Weitere steht im Vertrag.
Die Begriffe in je einem Satz
Homeoffice ist Arbeit in der eigenen Wohnung, egal ob regelmäßig oder gelegentlich.
Telearbeit ist in Deutschland ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz in deinem Privatbereich mit vereinbarter wöchentlicher Arbeitszeit und festgelegter Dauer (§ 2 Abs. 7 ArbStättV).
Mobiles Arbeiten ist Arbeit mit Laptop oder anderen tragbaren Geräten an wechselnden Orten, die weder an das Büro noch an einen festen Heimarbeitsplatz gebunden ist.
Remote heißt, dass die Stelle ohne feste Bürotage ausgeübt wird; der Arbeitgeber legt meist nur fest, aus welchen Ländern du arbeiten darfst.
Hybrid heißt, dass du einen Teil der Woche im Büro arbeitest und den Rest von zu Hause oder unterwegs.
Hybrid mit festen Bürotagen heißt, dass die Bürotage konkret benannt sind, etwa Dienstag und Donnerstag, statt nur „zwei Tage pro Woche“.
Remote-first beschreibt Unternehmen, bei denen niemand im Büro sein muss; Meetings, Dokumentation und Entscheidungen laufen digital.
Remote-friendly beschreibt Unternehmen, die Remote-Arbeit erlauben, aber weiter um ein Büro herum organisiert sind.
Workation ist vorübergehendes Arbeiten vom Urlaubsort aus, oft im Ausland, auf eigenen Wunsch und mit Zustimmung des Arbeitgebers.
Deutschland: Telearbeit ist geregelt, mobiles Arbeiten kaum
Ein Telearbeitsplatz ist nach § 2 Abs. 7 ArbStättV erst eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen vereinbart haben und die Ausstattung, also Mobiliar, Bildschirm und Technik, vom Arbeitgeber bereitgestellt und installiert ist. Für diesen Platz gelten nach § 1 Abs. 4 ArbStättV die Gefährdungsbeurteilung bei der ersten Einrichtung, die Unterweisung und die Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze aus Anhang Nr. 6, soweit dein Platz vom Büro abweicht.
Mobiles Arbeiten unterliegt nicht der Arbeitsstättenverordnung, sondern beruht auf einer Absprache mit dem Arbeitgeber. Arbeitsschutzgesetz und Arbeitszeitgesetz gelten trotzdem, auch am Küchentisch. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erklärt die Abgrenzung in ihrer Publikation zu Telearbeit, Homeoffice und mobilem Arbeiten. Praktisch heißt das: Bei Telearbeit muss der Arbeitgeber dir Schreibtisch, Stuhl und Bildschirm stellen; bei mobilem Arbeiten schuldet er geeignete Arbeitsmittel wie Laptop und Zugänge, aber keinen eingerichteten Heimarbeitsplatz. Viele Remote-Verträge sind rechtlich mobiles Arbeiten.
Beim Unfallschutz gibt es seit 2021 keinen Unterschied mehr: Wird die versicherte Tätigkeit im Haushalt oder an einem anderen Ort ausgeübt, besteht nach § 8 Abs. 1 Satz 3 SGB VII Versicherungsschutz im gleichen Umfang wie im Betrieb. Versichert ist auch der direkte Weg zur Kinderbetreuung, wenn du an dem Tag von zu Hause arbeitest.
Für eine Workation in EU, EWR oder Schweiz brauchst du eine A1-Bescheinigung, damit du in der deutschen Sozialversicherung bleibst; das gilt laut DVKA auch, wenn du die Auslandsarbeit selbst angestoßen hast.
Österreich: Aus Homeoffice wurde Telearbeit
Seit 1. Januar 2025 gilt das Telearbeitsgesetz (BGBl. I Nr. 110/2024). Telearbeit liegt nach § 2h AVRAG vor, wenn du regelmäßig mit Informations- und Kommunikationstechnologie in deiner Wohnung oder an einem anderen Ort außerhalb des Unternehmens arbeitest. Erfasst sind jetzt auch Coworking-Spaces, Wohnungen naher Angehöriger und andere selbst gewählte Orte. Telearbeit muss schriftlich vereinbart werden; der Arbeitgeber kann sie nicht einseitig anordnen, du hast keinen Anspruch darauf.
Für die Unfallversicherung unterscheidet § 175 ASVG zwischen Telearbeit im engeren Sinn (eigene Wohnung, Wohnung naher Angehöriger, Coworking-Space in üblicher Pendeldistanz) und Telearbeit im weiteren Sinn (alle übrigen Orte). Im engeren Sinn sind Arbeitsunfälle und Wegunfälle versichert, im weiteren Sinn nur Arbeitsunfälle. Dein Arbeitgeber darf dir steuerfrei eine Telearbeitspauschale von bis zu 3 Euro pro Telearbeitstag für höchstens 100 Tage im Jahr zahlen (oesterreich.gv.at).
Schweiz: Der Vertrag entscheidet
Das Schweizer Arbeitsgesetz erwähnt Homeoffice nicht. Das SECO beschreibt Homeoffice als jede Arbeit, die du ganz oder teilweise, regelmäßig oder unregelmäßig von zu Hause aus erledigst, und stellt klar, dass Arbeitsgesetz und Gesundheitsschutz unabhängig vom Arbeitsort gelten. Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice gibt es nicht, eine gesetzliche Definition von Remote, Hybrid oder mobilem Arbeiten ebenfalls nicht. Für Arbeitsort, Erreichbarkeit, Geräte und Kostenersatz zählt deshalb der Arbeitsvertrag, das Reglement oder der Gesamtarbeitsvertrag.
Begriffe im Überblick
| Begriff | Wo du arbeitest | Bürotage | Typische Vertragsklausel |
|---|---|---|---|
| Homeoffice | In deiner Wohnung | Je nach Modell | „Die Tätigkeit kann nach Absprache von zu Hause ausgeübt werden.“ |
| Telearbeit (DE) | Fest eingerichteter Platz zu Hause | Vereinbart | „Der Arbeitgeber richtet einen Telearbeitsplatz ein.“ |
| Mobiles Arbeiten (DE) | Wechselnde Orte mit Laptop | Nach Absprache | „Die Arbeit kann an einem selbst gewählten Ort erbracht werden.“ |
| Telearbeit (AT) | Wohnung, Angehörige, Coworking, andere Orte | Vereinbart | „Telearbeit wird im Ausmaß von … Tagen pro Woche vereinbart.“ |
| Remote | Überall in den genannten Ländern | Keine festen | „Arbeitsort ist der Wohnsitz; Arbeiten aus … ist zulässig.“ |
| Hybrid mit festen Bürotagen | Büro und zu Hause | Benannt, z. B. Di und Do | „Anwesenheit im Büro an mindestens … Tagen pro Woche.“ |
| Remote-first | Überall, Büro optional | Keine | „Es besteht keine Pflicht zur Anwesenheit am Unternehmenssitz.“ |
| Remote-friendly | Meist zu Hause, Büro als Standard | Nach Teamregel | „Remote-Arbeit ist nach Freigabe der Führungskraft möglich.“ |
| Workation | Vorübergehend im Ausland | Keine | „Arbeiten aus dem Ausland ist bis zu … Tagen pro Jahr möglich.“ |
So verwendet Highway to Hire die Begriffe
- Remote bedeutet bei uns: keine festen Bürotage. Jede Remote-Stelle nennt die Länder, aus denen du arbeiten darfst, weil Steuer- und Sozialversicherungsrecht daran hängen.
- Hybrid bedeutet bei uns: feste Bürotage. Jede Hybrid-Stelle nennt den Ort des Büros, damit du den Weg prüfen kannst.
- Stellen mit fünf Bürotagen pro Woche nehmen wir nicht auf, auch wenn gelegentliches Homeoffice erlaubt ist.
Ob dein Arbeitsplatz zu Hause als Telearbeit oder mobiles Arbeiten läuft, steht im Vertrag. Frag im Gespräch, welche Ausstattung gestellt wird.
Wie viele Beschäftigte von zu Hause arbeiten
Nach der Konjunkturumfrage des ifo Instituts arbeiteten im August 2026 24,9 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise von zu Hause, im Dienstleistungssektor 35,1 Prozent, in der Industrie 16,4 Prozent (ifo Institut, September 2026). Bei IT-Dienstleistern lag der Anteil im Februar 2026 bei 76,4 Prozent (ifo Institut, März 2026). Seit 2022 liegt der Gesamtwert laut ifo stabil bei etwa einem Viertel.
Häufige Fragen
Ist Homeoffice dasselbe wie Remote-Arbeit
Nein. Homeoffice beschreibt den Ort, nämlich deine Wohnung. Remote beschreibt das Arbeitsmodell ohne feste Bürotage. Du kannst in einem Remote-Job auch aus dem Coworking-Space arbeiten.
Muss mir der Arbeitgeber in Deutschland Schreibtisch und Stuhl stellen
Nur, wenn ein Telearbeitsplatz nach § 2 Abs. 7 ArbStättV vereinbart ist. Dann muss der Arbeitgeber Mobiliar, Bildschirm und Technik bereitstellen und installieren. Bei mobilem Arbeiten schuldet er geeignete Arbeitsmittel wie Laptop und Zugänge, aber keine Büroeinrichtung für deine Wohnung.
Bin ich im Homeoffice unfallversichert
In Deutschland ja, im gleichen Umfang wie im Betrieb (§ 8 Abs. 1 Satz 3 SGB VII). In Österreich sind an Orten der Telearbeit im engeren Sinn auch Wegunfälle versichert, an anderen Orten nur Arbeitsunfälle. In der Schweiz gelten die Schutzvorschriften laut SECO unabhängig vom Arbeitsort; den Umfang des Unfallschutzes klärst du mit dem Arbeitgeber.
Was bedeutet „Hybrid mit festen Bürotagen“ für meine Bewerbung
Dass du an benannten Tagen vor Ort sein musst und in Pendeldistanz wohnen solltest. Frag, wer die Tage festlegt und ob sie sich ändern können. Bei jeder Hybrid-Stelle auf Highway to Hire steht der Ort des Büros.
Tipp: Alle Stellen ohne feste Bürotage findest du unter /remote-jobs, Stellen mit festen Bürotagen unter /hybrid-jobs.